Wer träumt schon von Mohrrüben?

Wie es sich verhält mit dem Träumen und dem Schlafen beschäftigt die Tänzerinnen und Per - formerinnen Christiane Obermayr und Dorte Strehlow in ihrem Stück „Wer träumt schon von Mohrrüben?“.

Der Schlafzustand wird in reduzierten Bewegungen gezeigt und bleibt so wirklichkeitsnah, dazwischen entstehen Traumbilder. So wie sich Träumende am nachfolgenden Tag bloß an Ausschnitte aus ihrem Traum erinnern, erscheinen auch die Bilder auf der Bühne fragmentarisch – absurd und skurril.

Zwei Frauen im Handstand, kauend, dazu ein verstärktes knacken und schmatzen – was mögen sie essen? – vielleicht Mohrrüben?

Traum und Schlaf verknüpfen sich mehr und mehr und lösen bestehende Strukturen auf. Es entsteht ein Spiel mit den Grenzen von Traum und Schlaf, Tag und Nacht, Raum, Zeit und Wirklichkeit. In einer Gesellschaft, in der es darum geht ständig neues zu produzieren, wo der Mensch nach außen gerichtet agiert wie auch von außen, umgeben von gezielt manipulierenden Bildern, bestimmt wird, zeigt „Wer träumt schon von Mohrrüben?“ Reflexionsmöglich - keiten dieser Reizüberflutung.

Das Stück öffnet den Zuschauer für seine eigenen unbewußten Bilder. Nicht nur inhaltlich bewegen sich die Darstellerinnen auf einem Grenzgang:

„Wer träumt schon von Mohrrüben?“ ist auch eine Begegnung zwischen Performance und Tanz und stellt die Frage, wo Performance aufhört und Tanz beginnt.

Beide Bereiche verschmelzen im Laufe des Stückes zu einer neuen Art von Darstellung: Bilder und Bewegungen fließen ineinander. Vielleicht haben Sie jetzt Appetit auf Mohrrüben bekommen, aber werden Sie auch davon träumen?

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